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Luftaufnahmen von 1980 und die Fimenfläche in Aufenau von heute.

50 Jahre HKS . 1970 bis 2020
HKS Aufenau um 1980

Luftaufnahmen von 1980 und die Fimenfläche in Aufenau von heute.

HKS Jubiläumsfest

50 Jahre Firmengruppe - Die Firmengeschichte … und wie alles begann!

50 Jahre
1970 - 2020

Vom Lohnfertiger zum Anbieter von hydraulischen Komponenten und Systemen für Kunden aus allen Industriebereichen - und das weltweit. Die Erfolgsgeschichte der HKS Dreh-Antriebe GmbH!

Der Gesellschafter Günter Höhn erinnert sich:

Ich betrat die Arbeitsräume meines Vaters in Frankfurt/Main, seine Arbeitsstätte seit vielen Jahren: uraltes Equipment, alles war dunkel, schwarz und niedrig, mit alten Ölöfen und Plumpsklo. Die Elektroleitungen lagen offen auf dem Fußboden, es flogen oft die Funken und knallte. Was ich vorfand waren absolut veraltete Zustände und Arbeitsbedingungen.

Das war im Oktober 1970, zwei Monate nach Beendigung meiner Lehre als Dreher, ich war 18 Jahre alt und sollte von nun an dort mitarbeiten. Mein Vater, ebenfalls von Beruf Dreher, kaufte diese Firma Ossmer und Manns, die sich seit Kriegsende zu einem stattlichen Lohnfertiger für Zahnräder entwickelte. Ich betrachtete also gerade die Firmenräume meines Vaters, in denen er schon seit Jahren als angestellter Dreher tätig war. Meine Mutter und ich ahnten damals nicht, wie lange er diesen Firmenkauf schon plante.

Von den ehemaligen dreißig Mitarbeitern blieben nach einer Talfahrt der Firma nur noch mein Vater und ein weiterer Geselle übrig, die in diesen dunklen feuchten Räumen eines Hinterhofs im Stadtteil Sachsenhausen, einem uralten Kutscherhof im Ziegelhüttenweg 5, Zahnräder fertigten. Für mich war es beruflich ein Wechsel von der Moderne zurück in die Antike.

Vorne direkt an der Straße lag ein uriges Frankfurter Lokal, eine Äppelwoikneipe mit Namen „Kutscherhof“. Heute stehen da ein Baumarkt und Wohnanlagen. Aber damals führte direkt zehn Meter neben der Kneipe eine Einfahrt zum Hinterhof, wo früher die Pferde gewechselt wurden, daher der Name Kutscherhof. Da lagen die Räumlichkeiten der Firma, die Keimzelle meines heutigen Unternehmens HKS. Als Firmenchef schämte sich mein Vater für seinen damaligen Standort, wenn Kunden kam.

Zu dieser Zeit haben sich Kunden und Anbieter noch ganz ohne Internet, gelbe Seiten und sogar auch ohne Telefon gesucht und tatsächlich gefunden.

Ich unterstützte ihn ab Oktober 1970 als ausgelernter Dreher, wechselte von einer für die damalige Zeit sehr modernen Maschinenfabrik nun in die Steinzeit zurück. Die veralteten, total unterschiedlichen Arbeitsmethoden meines Vater unter für mich nun katastrophalen Arbeitsbedingungen kannte ich überhaupt nicht. Zwischen seinen und meinen Qualitätsvorstellungen lagen Welten.

Aus heiterem Himmel kündigte unser Vermieter im Juli 1972 meinem Vater die Betriebsräume. Sie führten ziemlich hitzige Gespräche, weil sich mein Vater diese Kündigung nicht so einfach gefallen ließ:
„Ich habe hier einen Mietvertrag. So einfach geht das nicht!“
Es ging um die Existenz seiner Firma, aber der Vermieter gab nicht nach, stand ziemlich unter Druck, weil er mit dem Abriss des Gebäudes irgendwem gegenüber terminlich in der Pflicht stand. Aber mein Vater ließ sich nicht so leicht vertreiben und setzte dem Vermieter das Messer an die Brust:
„Ohne Entschädigung gehe ich hier nicht raus!“
Da zeigte er wieder seinen Kampfgeist: 25 000 Mark leierte er dem alten Mann aus den Rippen. Das war damals richtig viel Geld und sein Startkapital für den eigenen Firmenbau in Aufenau. Bis Ende März 1973 mussten wir nun unsere Firmenräume im Kutscherhof geräumt haben, die Zeit drängte.

Mein Vater gab unser erstes eigenes Firmengebäude in einer Größe von zehn mal zwanzig Meter bei der Firma Seeber und Co., einem Frankfurter Stahlbauer und Kunden von uns in Auftrag:
„10 x 20 Meter müssen reichen! Mehr will ich nicht. Eine kleine Toilette, ein kleines Büro, kleiner Aufenthaltsraum und 140qm Produktionsfläche.“

1973 war mit unserem ersten eigenen Firmengebäude in Aufenau und dem ersten Mitarbeiter der Grundstein gelegt, die Ausgangsbasis für das, was bis heute aus der kleinen Firma im Kutscherhof geworden ist. Dass mein Vater den Firmensitz nach Aufenau verlegte, stärkte mich im doppelten Sinn, weil ich hier auch meine privaten Wurzeln habe.
    
Nach unserem Umzug 1973 von Frankfurt/Main nach Aufenau lieferte ich wie bereits in den vergangenen drei Jahren die fertig gestellten Aufträge weiter an unsere Kunden in der Frankfurter Region aus.

Aufenau lag damals gefühlt am Ende der Welt, noch ohne die heutige Autobahnanbindung zur A66, sondern nur erreichbar mittels einer Bundesstraße. Keiner unserer Kunden wollte nach unserem Umzug zu uns aufs Land fahren:
„Das ist zu weit, ihr müsst schon zu uns kommen.“

Mit unserem Kombi besuchte ich nun mehrmals in der Woche unsere Kunden in Frankfurt, legte die hintere Sitzfläche um, eine Holzpritsche drauf und ein Laken drüber, um unsere Ware transportieren zu können. Mehr als ein Jahrzehnt ging das so.

Ich holte also die Drehteile von unseren Kunden und wir verzahnten diese in Aufenau. Die fertige Ware lieferte ich wieder zurück quer durch den Großraum Frankfurt/Main bis Mainz, runter nach Offenbach, Maintal, Darmstadt, Pfungstadt, Groß-Gerau. So weit dehnte sich unser Kundenstamm damals aus.

Aber mein Vater verstand es eben, sich und seine Leistung zu verkaufen. Er profitierte vom Kundenstamm der Vorbesitzer und setzte die Zusammenarbeit fort, natürlich mit einer gewissen Fluktuation. Mancher Kunde ist gegangen, dann kamen eben wieder neue dazu. Man hat sich gesucht und gefunden.

Unsere älteste Maschine, an der mein Vater noch bis zu seinem letzten Tag arbeitete, stelle ich heute im Eingangsbereich unserer Firma aus. Sie funktioniert immer noch und gehört eigentlich ins Deutsche Museum. Zahnräder in Uhrmachergröße fertigten wir darauf. Aber mein Vater war ein echter Zauberer: Mit primitivsten Mittel leistete er hochwertige Arbeit. Ohne sein unglaubliches Können gepaart mit seinem unentwegten Arbeitseinsatz hätten wir uns als Firma anfangs gar nicht entwickeln können, das war der Grundstein.

Mein Vater war also ein echter Virtuose, vielleicht hat ihn das auch angetrieben, eine eigene Firma aufzubauen. Weil er wusste, was er konnte, hat er darum vielleicht auch großes Vertrauen in seine Leistung gehabt.

Aber ich wollte die Firma nicht mit der Arbeitsweise meines Vaters in die Zukunft führen. Ich war bereit für etwas Neues, für einen Schritt nach vorne unabhängig vom Vater. Mein unternehmerisches Interesse war geweckt.

Die weitere Firmengeschichte finden Sie bei unseren Meilensteine.